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Die digitale Lücke in der Eigentümergemeinschaft: Warum 84 % der Bewohner keinen Einblick haben

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Die meisten Menschen kennen ihren Kontostand jederzeit auf den Cent genau, wissen aber kaum etwas über die finanzielle Gesundheit des Gebäudes, in dem sie wohnen. Dieser Gegensatz gehört zu den deutlichsten Erkenntnissen der Quorum-Umfrage 2026 zur Transparenz in der Eigentümergemeinschaft. Die Zahlen sind keine Anklage gegen Verwalter — sie beschreiben eine fehlende Ausstattung, unter der alle leiden, die Verwalter eingeschlossen.

Ein fast flächendeckender blinder Fleck

84 % der befragten Bewohner haben keine nutzbare digitale Plattform von ihrem Verwalter. Im Detail: 67 % antworten schlicht mit „nein“, weitere 16 % wissen nicht einmal, dass es ein solches Werkzeug überhaupt geben könnte. Von den 43 befragten Personen nutzen nur 5 regelmäßig ein Portal. Für die überwältigende Mehrheit bleibt die Eigentümergemeinschaft eine Blackbox — einmal im Jahr geöffnet, für die Dauer einer Eigentümerversammlung.

Methodischer Hinweis: Es handelt sich um eine indikative Umfrage unter 43 Bewohnern, davon 81 % in Luxemburg. Die Stichprobe ist zu klein, um statistisch repräsentativ zu sein, doch die erkennbaren Tendenzen sind klar und konsistent.

Die mangelnde Sichtbarkeit hört nicht bei der Software auf. 77 % der Bewohner sehen sich die Ausgaben ihres Gebäudes nur einmal im Jahr oder nie an. Nicht aus Desinteresse, sondern weil die Information zwischen den Versammlungen schlicht nicht erreichbar ist. Wenn der einzige Kontakt zu den Konten ein als Anhang verschicktes PDF ist, lässt die Aufmerksamkeit zwangsläufig nach.

Wer nichts sieht, zweifelt

Intransparenz hat einen stillen Preis: das Vertrauen. 60 % der Bewohner wissen nicht, welche Verträge ihr Verwalter abgeschlossen hat — Aufzugswartung, Reinigung, Versicherung, Heizung. Und 56 % sind nicht überzeugt, dass das Geld der Gemeinschaft ohne Verschwendung ausgegeben wird. Dieser Zweifel ist nicht zwangsläufig begründet. In vielen Fällen leistet der Verwalter gute Arbeit; doch ohne ein Fenster, das es bestätigt, füllen die Bewohner die Lücke mit Misstrauen.

Was Bewohner selten beklagen, ist schlechte Verwaltung. Was ihnen zu schaffen macht, ist, sie nicht selbst überprüfen zu können.

Genau hier liegt die Chance für Verwalter. Ein gewissenhafter Verwalter hat nichts zu verbergen — und alles zu zeigen. Transparenz ist kein unter Druck abgerungenes Zugeständnis, sondern ein Vorteil für die Bindung. Eine Eigentümergemeinschaft, die klar sieht, wohin ihr Geld fließt, verlängert das Mandat ihres Verwalters deutlich bereitwilliger.

Was sich mit einem echten digitalen Fenster ändert

Den Bewohnern lesbaren, jederzeit verfügbaren Zugang zu geben, bedeutet nicht, alles neu zu erfinden. Es bedeutet, dass ein Eigentümer jederzeit die Ausgaben des laufenden Jahres einsehen, die geltenden Verträge finden, den Fortschritt eines Angebots oder einer Reparatur verfolgen und die Zusammensetzung seiner Nebenkosten verstehen kann. Die Information existiert bereits; sie wartet nur darauf, anders präsentiert zu werden als einmal im Jahr.

Die Wirkung ist greifbar: weniger Rückfrage-E-Mails für den Verwalter, weniger Spannungen in der Versammlung, Entscheidungen auf Basis von Fakten statt Eindrücken. Transparenz entlastet den Verwalter ebenso, wie sie die Bewohner beruhigt. Die digitale Lücke stellt die beiden Seiten nicht gegeneinander — sie nimmt beiden eine gemeinsame Grundlage.

Alle Ergebnisse, die vollständige Methodik und unsere praktischen Empfehlungen finden Sie in der Studie 2026 zur Transparenz in der Eigentümergemeinschaft.

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